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Werner Steffen
Wohlerst 47 · D-21698 Wohlerst
Tel.: 04166/841516 E-Mail: steffen@naturbild.de

Einführung
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Vogelbeobachtungen in der Osttürkei
Auf eigene Faust die Vogelwelt Ostanatoliens erkunden? Eine solche Reise war sicher komplizierter und abenteuerlicher als unsere bisherigen ! Aber seit mein Freund Hermann mir mit leuchtenden Augen einen euphorischen Reisebericht aus dem "Falken" präsentiert hatte, ließ uns der Gedanke an Salzsteppen, unendlich weite Hochebenen, vogelreiche Schwemmländer und die wilde Vulkanlandschaft Kurdistans nicht mehr los. Wir begannen von Wüstenregenpfeifer und Kaukasusbirkhuhn zu träumen und vielleicht hätten wir sogar noch eine ganz, ganz kleine Chance auf die letzten Jungfernkraniche.

Lange im Detail geplant, wäre aus unserer Reise beinahe geplatzt, weil die Supermacht und ihr kleinerer Mitläufer im März den Irak angriffen. Angeblich seien dort Massenvernichtungswaffen; sicher aber war da Öl ! Die Türkei hatte sich aber am Ende so wenig in das Kriegsgeschehen verwickeln lassen, dass wir unsere Pläne weiterverfolgten, unsere Route in der kritischen Region um Diyarbakir aber ein Stück nach Westen verlegten. Rotlappenkiebitz ade!

Unsere Türkeireise ist bei "Birdingtours" auf großes Interesse gestoßen. Der Anbieter für Naturreisen hat unseren Türkeispezialisten Uwe Streese-Browa als Reiseleiter für eine 14tägige Vogelbeobachtungsreise engagiert, die sozusagen auf unseren Spuren von den zentralanatolischen Beobachtungsgebieten über das Göksu-Delta zum Euphrat und ins Aladag-Massiv führt.
Termin: 25.Mai - 7.Juni 2005
Info: www.traveltonature.de/birdingtours/index.php

Team
Zu zweit war die Sache nicht machbar. Wir gewannen meinen Schwiegersohn Werner für das Vorhaben und meinen Sohn Jan. So hatten wir ein Team beisammen, das sich schon in Marokko bewährt hatte, verstärkt durch Hermann, den Experten für Hühner, Greife und das Auffinden schwer zu entdeckender Seltenheiten. Jan war für die ornithologische Dokumentation zuständig, Werner für die Fotos. Ich selbst hatte so oft von meinen früheren Türkeireisen geschwärmt (die erste 1962 mit dem Hamburger "Bund für Vogelschutz" , fünf weitere in den 70er Jahren), dass ich nun als "Türkeikenner" die Route planen und die Fahrt organisieren musste.

Flug
Uns wurde klar, wir würden für eine Rundreise drei Wochen brauchen, und die Billigflüge nach Antalya oder Istanbul kamen nicht infrage, das hätte noch mehr Kilometer bedeutet. So entschieden wir uns für einen der täglichen Linienflüge nach Ankara und konnten so das Rückflugdatum frei bestimmen. (Lufthansa/AUA 560,- € p.P. ab Hamburg bzw. Wien u. retour).

Reisetermin
Wir fahren so früh, dass wir die Frühlingsaktivitäten der Vogelwelt erleben und vielleicht noch durchziehende Limikolen antreffen, warten aber ab, bis sich der Schnee in den Bergen schon zurückgezogen hat. Der Ovitdagi-Pass (2760m) im Pontischen Gebirge ist oft erst Ende Mai passierbar. Auch treffen interessante Vogelarten wie Maskenwürger, Blauwangenspint und Gelbkehlsperling erst im Laufe des Mai ein.

Ornithologische Vorinformationen
Bezogen wir aus den beiden Heften von Gosney: How to find Birds in Central bzw. ...Eastern Turkey. Gosneys genaue Beschreibungen der bewährten Beobachtungsorte und Anfahrtswege sind für die Planung unerlässlich. Viele Trip-Reports kann man nur mit dem "Gosney" in der Hand lesen. Die umfangreichste Sammlung an Reiseberichten, stattliche 82, gibt's bei
http://www.eurobirding.com/
Weitere nützliche Hinweise bei:
http://www.osme.org
http://www.albatros-tours.com
http://www.dr-koch-reisen.de
http://www.birdquest.co.uk

Sprache
Sehr zu empfehlen: Ein paar Worte Türkisch lernen. Die Menschen schätzen es sehr, in ihrer Sprache begrüßt zu werden. Redewendungen und alle Zahlen, auch die hohen, braucht man ständig. Der Satz "Kuslar aramak istiyoruz - Wir wollen Vögel ansehen" verkürzt die Militärkontrollen im Kurdengebiet. Als Lernhilfe geeignet: Marcus Stein, Türkisch Wort für Wort, Kauderwelsch Bd. 12 (gibt's bei Amazon).

Kontrollen
Militärkontrollen durch Schwerbewaffnete sind im Osten häufig. Wir achteten sehr aufmerksam auf die Hinweisschilder, die die Kontrollpunkte ankündigen, fuhren langsam heran und hatten stets die Papiere bereit. Landkarten, GPS, sogar Spektive hielten wir halbwegs versteckt, um keinen Spionageverdacht zu erregen. Wir erzählten bereitwillig, wer wir sind, woher wir kommen und wohin wir wollen und zeigten zum Beweis unsere Bestimmungsbücher. Manchmal war es nötig, einen Offizier durch ein Spektiv schauen zu lassen, um zu beweisen, dass man damit nicht fotografieren kann. In der Nähe militärischer Objekte, Flughäfen, strategisch wichtiger Pässe haben wir nicht fotografiert oder auffällig beobachtet. Übrigens löst offenbar auch das Absuchen des Meeres mit dem Spektiv Spionageverdacht aus.

Karten
Die Marco Polo Straßenkarte Türkiye 1:750 000 ist nur für die Grobplanung der Route ausreichend. Für Erkundungen abseits der Hautstraßen braucht man mindestens die 1:500 000-Karten von Ryborsch Karthographischer Verlag,Türkiye -Türkei, Karte (3), 4,5,6,7, erhältlich bei http://www.reisebuch24.de . Selbst auf diese genaueren Karten ist nicht immer Verlaß; nicht alle als befestigt eingezeichneten Nebenstraßen sind tatsächlich befahrbar!

Auto
Ein geeignetes Mietauto für 4 Personen mit Gepäck für 3 Wochen, einen Fiat Doblo, fanden wir per Internet bei http://www.avis.com.tr/english/index.html. Kosten: 2 Milliarden Türkische Lira (1.200€ für 23 Tage). Er stand pünktlich am Flughafen Ankara/Esenboga bereit, und wir hatten während der 5.800 km, oft auf abenteuerlichen Pisten, keine ernsthaften Probleme mit dem Fahrzeug. Der schwache Motor verbrauchte wenig, und wir waren nicht in Gefahr, auf den autoleeren dreispurigen Autobahnen über 120 km/h zu fahren und in eine der vielen Radarfallen zu geraten (kommt sehr teuer!). Das Normalbenzin kostet etwa so viel wie in Deutschland.

Beobachtungsorte mit dem GPS-Gerät
Die geographische Position der Beobachtungsorte hat Jan jeweils mit dem GPS-Gerät ermittelt. Verwendet wurde ein etrex summit mit barometrischem Höhenmesser, der allerdings nur sporadisch kalibriert werden konnte, so dass die angegebenen Höhendaten circa-Werte sind. Das Bezugskartendatum ist, wie üblich WGS84. Koordinaten werden als "Grad mit Dezimalstellen" angegeben, ergänzt durch die vom GPS angezeigte Seehöhe.

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