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Werner Steffen
Wohlerst 47 · D-21698 Wohlerst
Tel.: 04166/841516 E-Mail: steffen@naturbild.de

Yakakent - Kizilirmak-Delta(West) – Kizlan – Kizilirmak-Tal – Kargi (256 km)
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Donnerstag, 5.Juni.2003

Im Westteil des Schwemmlands finden wir uns schwer zurecht. Dann kommen wir doch an den fast schon mit Schilf zugewachsenen Karabogaz Gölü und freuen uns über 3 rufende Große Rohrdommeln, einen Höckerschwan (den darf es hier eigentlich gar nicht geben), einige Rohrschwirle und eine Samtkopf-Grasmücke. Vor der Küste schwimmen zu unserer großen Überraschung 51 Prachttaucher.
Pos. Küste: 41,6493787N; 35,6866783E ;
Position Karabogaz Gölü: 41,6739933N; 35,7895557E

Der etwas zu kühne Vorstoß an die Nordwestküste des Deltas, den nördlichsten Punkt unserer Reise, endet im Dünensand. Unbemerkt hat sich die Platte, die von unten den Motorraum abdeckt, an ihrem hinteren Ende gelöst. Solange wir vorwärts fahren, macht das nicht viel, bis auf die störenden Geräusche bei Unebenheiten. Jetzt aber muss ich im losen Sand rückwärts. Die Platte bohrt sich in den Sand, schiebt alles vor sich her, was nicht im Motorraum Platz hat, bis das Auto festsitzt. Mit Hilfe eines Traktors – der zieht den Doblo wie einen Pflug hinter sich her – bekommen wir wieder festen Boden unter die Räder. Hermann und Jan wühlen Unmengen Sand aus dem Motorraum. Sie ersetzen die fehlenden Schrauben durch welche, die sie anderswo ausleihen, wo sie nicht so nötig sind. Und ein Stück herumliegender Draht besorgt den Rest. „Dem Inscheniör ist nix zu schwör!“

Von Alaçam aus überqueren wir auf Nebenstraßen das Küstengebirge. Hügel mit Laub- und Mischwald, Weideland, Dörfer mit Obstbäumen..., Landschaft und Vogelwelt erinnern an Hermanns Mühlviertel : Ringeltaube, Schwarzstorch, Sperber, Zilpzalp, Zaunkönig, Heckenbraunelle, Kolkrabe, Garten- und Mönchsgrasmücke, Fichtenkreuzschnabel - wie zu Hause, wären nicht Kappenammer, Schmutzgeier, Halbringschnäpper, und, am 1440m hohen Dütmen-Pass, Ohrenlerchen gewesen.
Pos. des Laubwald nördl. Kizlan mit 2 singenden Halbringschnäppern: 41,500312N; 35,5827662E – 879m

Die Straße macht zeitraubende Umwege, bis sie wieder an den tatsächlich roten Kizilirmak zurückfindet. Er hat im Tal fruchtbare rote Erde angeschwemmt. Darauf sind Reisfelder angelegt, die mit dem Wasser des Flusses versorgt werden. Eine üppig grüne Insel, eingezwängt zwischen kargen felsigen Hängen. Störche, Blutspecht und Zaunammer sind Nachbarn von Alpensegler, Chukarhuhn, Schmutzgeier und Adlerbussard. Das Highlight aber sind zwei Bartgeier 2km östlich des malerischen Dörfchens Demirören.
Beobachtungsplatzes der Bartgeier u. Zaunammern, Straße 785: 41,1232311N; 34,5950564E – 426m.

Wenige Kilometer weiter westlich, in Kargi, nehmen wir müde von der Fahrerei ein schlichtes Hotel, dessen ambitionierter Name ‚Sampion‘ (=Champion) nicht so ganz hält, was er verspricht.

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