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Werner Steffen
Wohlerst 47 · D-21698 Wohlerst
Tel.: 04166/841516 E-Mail: steffen@naturbild.de

Dogubayazit – Isak-Pasa Saray – Celal - Gölyüzü-Sümpfe – Pamuk-Pass – Igdir – Aktas-Sümpfe - Igdir (153km)
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Samstag 31.Mai.2003

Am nächsten Morgen immer noch Sturm, der Palast wolkenverhangen. Wir suchen alle Hänge oberhalb des Cafés und über der Moschee ab, bis uns einer dieser kalbgroßen Hirtenhunde stoppt. Mit dem ist nicht zu spaßen! Die Ausbeute unserer Erkundungen könnte sich sehen lassen: u.a. Falkenbussard, rufende Chukarhühner, Brachpieper, 3 Felsenkleiber, 6 Alpenkrähen, viele Steinsperlinge und Schneefinken, drei geduldige Rotstirngirlitze und 3 Steinortolane, aber der Mongolengimpel fehlt !

Auf dem Weg nach Nordosten sehen wir uns ein wenig besuchtes Gebiet an, wir nennen es Gölyüzü-Sümpfe nach dem See, den wir auf seiner Ostseite umfahren. Ca. 10km östlich von Dogubayazit führt eine kaum befahrbare Piste nach Norden (Örtülü - Celal). Das Gebiet, eine weite, sumpfige Ebene, sieht vielversprechend aus, hält aber nicht, was es verspricht. Enttäuscht von der spärlichen Vogelwelt sind wir froh, dass wir uns nicht im knietiefen Schlamm festgefahren haben. Die neue Hauptstraße nach Igdir führt über den 1560m niedrigen Pamuk-Pass . Interessanter wäre die Route über den 2100m hohen Cilli -Pass gewesen. Am Pamuk-Pass wird uns klar, dass wir keine Chance mehr auf den erhebenden Anblick des schneebedeckten Ararat haben. Dichte Wolken nehmen die Sicht. Rätselhaft, was die beiden Rostgänse da auf dem felsigen Berggipfel treiben! Der Weißkehlsänger in einem der wenigen Gebüsche wird wohl der letzte auf unserer Tour sein. Wir sind fast am Nordrand des Verbreitungsgebiets.

Der Nachmittag sollte einen versöhnlichen Ausklang des Tages bringen: Wir wollen den östlichsten Zipfel der Türkei erkunden und stoßen ein Stück in Richtung Aserbeidschan vor. Ca. 18 km östlich Igdir fliegen 2 Kuhreiher, später noch weitere 10. Mit denen haben wir in der Türkei nun gar nicht gerechnet. Die gößte Überraschung aber folgt gleich darauf. Auf der Stromleitung neben der Straße sitzen ganz nah 2 Blauwangenspinte. In der Nähe ist auf der Landkarte ein See eingezeichnet. Wir sehen uns die Ebene natürlich genauer an und finden nach und nach 9 dieser hübschen Vögel, alle in Pärchen (bis auf einen). Das erste Paar kann Werner sogar beim Graben der Brutröhre fotografieren.

Anscheinend haben wir ein phantastisches Beobachtungsgebiet entdeckt. Hier brüten Zwergscharben (wir sehen 2 Nester in einem kahlen Baum). Je 20 Nacht- und Graureiher, 4 Seidenreiher und viele Weißstörche sind ein Zeichen dafür, dass es reichlich Nahrung in den Sümpfen gibt. Adlerbussard und Zwergadler vertreten die Zunft der Greife. Von den Sperlingsvögeln sollen („Gimpel“-)Rohrammer, Hecken- und Sumpfrohrsänger ( 3 singen), Rosenstare (diverse Gruppen, insgesamt 90) und die Samtkopf-Grasmücke erwähnt werden. Blaumerlen und Felsensteinschmätzer sind im Lavagestein bei dem Ort Aktas am Westufer des Sees anzutreffen. Leider ist diese feuchte Ebene von tiefen Kanälen durchzogen, und es steht zu befürchten, dass der Sumpf bald trockengelegt ist.

Achtung, der Wegweiser(Pfeil) zeigt in die falsche Richtung! Kurz vor Aktas erreicht man den See, kann durch den Ort und dahinter nach Osten zu einer Brücke fahren. Wer die Blauwangenspinte von der Straße aus sehen will, muss über die genannte Abzweigung hinaus weiter auf der 080 fahren und bei km 19,5 und km 22 besonders aufpassen. Ein Stückchen weiter findet man eine weitere Abzweigung nach Hidirli/KiraVbagi. Man fährt zurück nach Südwesten und auf das Ostende des Sees zu. Bei Hidirli, am Kanal, sahen wir drei Blauwangenspinte.
Die Position: 39,9136799N; 44,3138074E – 852m.

Wir haben den östlichen Wendepunkt unserer Rundreise erreicht. Die armenische Hauptstadt ist 40km, Ankara ist fast eine Zeitzone entfernt.

In Igdir geraten wir arglos in ein Hotel an der Hauptstraße. Es liegt in der Nähe von Kasernen. Nachts herrscht reger Verkehr im Hotel. Wir können das Etablissement „Dilene“(?) nicht weiterempfehlen.





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