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Werner Steffen
Wohlerst 47 · D-21698 Wohlerst
Tel.: 04166/841516 E-Mail: steffen@naturbild.de

Van – „Eisenbahndamm“ - ErVek-See - Burghügel – „Van Marshes“ (85km)
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Donnerstag, 29.Mai.2003

Die Straße 300 führt von Van über Özalp zur Grenze des Iran. An der Stadtgrenze passiert man einen kleinen Stausee und erreicht bald einen Pass. Davor, neben einem kleinen Steinbruch, führt eine Piste – eventuell mit Felsbrocken versperrt – nach Süden in ein Tal, in dem die Eisenbahntrasse verläuft. Auf den Felshängen balzen die Bergkalanderlerchen. Wir finden auch Klippenkleiber, Steinsperlinge, Felsen- und Balkansteinschmätzer. Weiter unten, wo der Berghang an eine Viehweide mit einer kleinen Tränke grenzt, erwarten uns dann richtige Highlights: Ein Steinortolan hat, nomen est omen, einen großen Stein als Singwarte gewählt, und bei der Tränke haben sich Wüstengimpel, 2 Männchen und 1 Weibchen, sowie 6 Rotflügelgimpel eingefunden.
Position „Bahndamm“: 38,5547075N; 43,4335762E – 1902m.

Der große ErVek-See, ist schon zu sehen, da ist neben der Straße ein Teich mit spärlichem Schilf. Aus der Nähe lassen sich hier die halbwüchsigen Weißkopf-Ruderenten fotografieren, während ihre Eltern balzen. Am Ufer kauert eine Zwergrohrdommel. Auf der anderen Straßenseite blühen üppig Orchideen.

Von der Ortschaft ErVek führt eine Piste nahe am Ostufer entlang und erlaubt uns hier und da einen Blick aufs Wasser. Außer über 100 Schwarzhalstauchern, 35 Weißflügel-Seeschwalben, vielen Rostgänsen und Blässhühnern ist wenig Wassergeflügel da. Die Kiebitze wachen schon über pulli, Stelzenläufer und Rotschenkel sind noch dabei, Nachwuchs zustande zu bringen. Bei den 3 Austernfischern, der einzelnen Uferschnepfe und zwei Dünnschnabelmöwen dürfte es sich um Durchzügler handeln. Eine scheue Zitronenstelze lässt sich nur kurz anschauen und verschwindet. Erneut sehen wir eine Gruppe von 6 Rotflügelgimpeln. Wir erreichen das Nordufer, beschäftigen uns lange mit einem Würgerweibchen, bei dem es sich dann doch wohl nur um einen Neuntöter gehandelt hat, vermutlich die Unterart L. c. kobylini.

Die Umgebung des Sees scheint auch den Greifen zuzusagen. Wir notieren 2 Steinadler, 1 Schmutz- und 1 Gänsegeier, Rohrweihe und Adlerbussard. Recht häufig ist die Stummellerche. Türkenammer, Sibir. Schwarzkehlchen sowie 34 Rosenstare wollen auch noch erwähnt werden. Die Umrundung des Sees per Auto gelingt uns problemlos, kann aber nach längerem Regen schwierig sein.
Ostufer des ErVek-Sees: 38,7027554N; 43,648715E -1821m.

Diesen Tag lassen wir mit einer Besichtigung des Burghügels von Van ausklingen. Die Gemäuer aus der Zeit des Königreiches von Urartu haben beeindruckende 2800 Jahre lang Angriffen, Erdbeben und Witterung standgehalten. Wir können es nicht lassen, auch nach Vögeln zu schauen und notieren 50 Alpensegler, Rötelfalke und Klippenkleiber. Ein Besuch der Sümpfe am Nordrand der Stadt, im Gosney als Van Marshes beschrieben, ist nicht wirklich erbaulich, auch wenn zwischen all dem Dreck und Müll ein paar Limikolen und Weißkopf-Ruderenten zu finden sind.

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