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Werner Steffen
Wohlerst 47 · D-21698 Wohlerst
Tel.: 04166/841516 E-Mail: steffen@naturbild.de

Birecik – Halfeti - Stauseen (Straße 875) – Kahta - Nemrut Dag (308km)
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Sonntag 25.Mai.2003

Die Ortschaft Halfeti, früher am Euphratufer gelegen, versinkt anscheinend Haus um Haus in dem neuen Stausee. Die Gärten und über ihnen das Buschwerk in den steinigen Hängen bilden eine blühende Oase in einer felsigen Mondlandschaft. Es wimmelt von Schmetterlingen, Heuschrecken und anderen Sechs-Beinern, zur Freude der Rotkopf – und Maskenwürger. Stein- und Fahlsperlinge in kleinen Grüppchen, ein Trupp von 35 Rosenstaren, Heckensänger, Samtkopf-Grasmücke, singende Türkenammern und in den Felsen die unvermeidlichen Blaumerlen... alles findet sich ein, nur nicht der gesuchte Rostbürzel-Steinschmätzer.
Beobachtungsgebiet oberhalb Halfeti: 37,2437328N; 37,8741485E – 434m

Wir hatten gehofft, in Halfeti den Euphrat überqueren und in Araban die Straße 850 Richtung Kahta nehmen zu können. Aber die Brücke ist im Stausee versunken. Also schlagen wir uns auf Nebenstraßen nach Nordosten durch. Unser braver Doblo meistert das zerklüftete Lavagestein, das einem Dorf als Straße dient, und macht auch auf einer endlosen Baustelle nicht schlapp, so dass wir nach zähen 80 Kilometern in der Nähe von Dutluca wieder festen Asphalt unter den Rädern haben. Wir entdecken von der Straße 875 aus zwei kleinere Stauseen und notieren 4 Haubentaucher, 2 Silberreiher, 35 Steppen-möwen, 3 Dünnschnabelmöwen, 30 Flussseeschwalben, 5 Zwerg- und 3 Weißflügel-Seeschwalben.
Stausee Straße 875 beim Hotel „Antiochos“: 37,6956989N; 38,1513019E –651m

Interessehalber schauen wir bei der gigantischen Staumauer des Atatürk-Staudammes vorbei, ein beliebtes Ausflugsziel, wie sich herausstellt. Unterhalb können wir endlich den kanalisierten Euphrat überqueren und dann die nordwestlichen Ausläufer des riesigen Stausees umfahren. Hier ist so manche Siedlung und so manche historische Stätte versunken. In der Provinz Kahta angekommen, lassen wir uns auf ein schier aussichtsloses Unterfangen ein. Bei meinen Reisevorbereitungen hatte ich einen versteckten Hinweis auf einen Nachweis des Blauwangenspints XY-kaya gefunden. Dummerweise gibt es in der Türkei fünf Dörfer mit diesem Namen, eines liegt in der Provinz Kahta. Diese Region erschien mir durchaus geeignet, also wollten wir hier mal suchen! Wir navigieren durch das Gewirr unbeschilderter Nebenwege, passieren Bienenfresserkolonien und plötzlich haben wir sie vor uns: Blauwangenspinte! Drei sitzen auf einem Leitungsdraht beieinander in der Nähe einer Lößwand, die vielleicht als Brutplatz dient. Wir wollen die Vögel nicht lange stören. Das nahe Dorf ist das gesuchte!
Position: wird verschwiegen.

Gegen Abend erreichen wir müde vom vielen Fahren den Nemrut Dag. Im Hotel Çesme finden wir Kost und Logis, eher bescheiden, aber nur 10 km unter dem Gipfel, den wir morgen früh heimsuchen wollen.

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