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Werner Steffen
Wohlerst 47 · D-21698 Wohlerst
Tel.: 04166/841516 E-Mail: steffen@naturbild.de

Bireçik : Wadi - Euphrat – Pistazienhain – Schottergruben – Café (47km)
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Samstag, 24.Mai.2003

In alle Frühe sind wir schon im Großen Wadi. Und tatsächlich, noch hat niemand die Persischen Wüstenhühner verscheucht. Die beiden anderen Zielarten, Tamariskengrasmücke und Dornspötter lassen sich auch in stattlicher Anzahl im Morgenlicht geduldig betrachten. Im Schatten einer Höhle hocken zwei noch sehr junge Uhus. Werner kann einen Hardun fotografieren, eine scheue Agame, auch Dornschwanz genannt. Farbenprächtige Wolfsmilch-Schwärmerraupen haben den ganzen Bestand kahl gefressen. Felsenkleiber und 2 Steinsperlinge sollen noch erwähnt werden und vor allem die ersten Moabsperlinge, die am Ausgang des Wadis lärmen.
Position Wadi: 37,0476001N; 37,988645E –371m .

Die Waldrappe in der Aufzuchtstation lassen sich geduldig fotografieren, dann finden wir am Euphrat ein Café. Wir sitzen im Schatten von Pappeln direkt am Ufer mit Blick auf das glatte Wasser, in dem sich die Felswände spiegeln (Dort haben wir am Morgen die Haussegler-Kolonie gefunden). Ein wunderschönes Plätzchen! Wir laufen nicht hinter den Vögeln her, sie kommen von allein: Die Zwergscharben tauchen vor unseren Augen, ein Graufischer rüttelt über dem Wasser, 4 Lachseeschwalben ziehen flussabwärts, Nachtigall und Seidensänger schmettern am Ufer.
Position des Cafés: 37,0576114N; 37,9750924E – 352m.

Das nächste Ziel sind zwei Bauernhäuschen mit kleinen Feldern und Pistazienplantagen, denn ein Sperling fehlt uns noch. Wir müssen lange suchen, fallen mehrmals auf Moabsperlinge herein, bis wir endlich doch einen singenden Gelbkehlsperling auf einem Baumwipfel orten. Erst einmal mit dem Gesang vertraut, finden wir weitere und können sogar eine Kopula beobachten. Der „Pistazienhain“ liegt in der Nähe eines kleinen Trafos
siehe Skizze bei Gosney;
Position: 37,0676261N; 37,9750924E – 391m.

Mittagspause im Motel, dann nehmen wir uns das Gelände westlich des Euphrat vor. Auf staubiger Piste kommen wir an das Tor einer Schotterfabrik. Ein freundlicher Mensch winkt uns herein und bedeutet uns, dass wir hier herumfahren dürfen und dass hier viele Vögel seien. Er hat recht. Wir finden interessante Tümpel und Steilwände an Sandgruben. Tausende von Uferschwalben haben hier ihre Röhren gegraben. Wie soll man da einen Blauwangenspint finden? – wenn es ihn hier überhaupt noch gibt. Wir geben uns zufrieden mit Bienenfressern, Tamarisken- und Samtkopf-Grasmücke, Türkenammer und Graufischer, zumal wir noch zwei Frankoline hören und einen dritten sogar sehen. Er sitzt auf dem Rest einer Steinmauer und schreit aus Leibeskräften. Hermann freut sich, dass er endlich einmal einen sieht.
Position der Schottergruben: 370539627N: 37,9653048E – 364m.

Der Abend im Eulencafé endet mit einem Riesenerfolg. Wir haben das Glück, eine Eule heranfliegen und in einer Baumhöhle verschwinden zu sehen. Alle Spektive und Ferngläser sind auf die Öffnung gerichtet, als die kleine Eule wieder erscheint, kurz innehält und dann wieder abfliegt. Die Zeit und das Neonlicht reichen gerade aus, um die Streifenohreule sicher zu bestimmen. Nach zehn Minuten schlüpft die nächste Eule in die Höhle, und wir können letzte Zweifel ausräumen. Wir haben offenbar die Bruthöhle entdeckt, anscheinend füttern die Altvögel ihren Nachwuchs.

Der außergewöhnliche Tag – jeder hat mindestens fünf „Neue“! – wird gebührend im empfehlenswerten Restaurant „Kiyi“ gefeiert. Es liegt direkt am rechten Euphratufer mit romantischem Blick auf die bunten Lichter von Birecik. Bei dem einen oder anderen Efes notiert Jan die Beobachtungen des Tages und verkündet dann die erstaunliche Bilanz unserer ersten Reisewoche: Wir haben jetzt schon 210 Vogelarten gesehen, das ist neuer Reiserekord!

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