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Werner Steffen
Wohlerst 47 · D-21698 Wohlerst
Tel.: 04166/841516 E-Mail: steffen@naturbild.de
Al Fayum – Wadi Al Rayan – Wadi Hitan – Fayoum (ca. 210km)
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Autor: Uwe P. Streese-Browa
Mi., 28.3.

Im Hotelgelände tummeln sich einige Kleinvögel, vor allem Klappergrasmücken und Graubülbül. Werner sieht 2 Stieglitze, die einzigen unserer Fahrt. Auf dem See sind 1 Heringsmöwe, ca. 1500 Dünnschnabelmöwen und 460 Weißbart-Seeschwalben. In einer Bucht östlich des Hotels können wir auf einer Sandbank eine Reihe von Limikolenarten bestimmen, u.a. Teichwasserläufer u. Austernfischer. Im Brachland vor der Wasserkante und im angrenzenden Kulturland hören wir mindestens 5 Senegaltriele. Ein Trupp von 25 Nachtreihern fliegt nach SE ab.

Wir wollen uns die Skelette der Wale ansehen, die im Wadi Hitan mitten in der Wüste westlich der Oase Fayoum liegen und unterwegs den westlichen Teil der Oase erkunden. Die Straße verläuft zunächst parallel zum Seestrand. Wir passieren Fischteiche, z.T. abgelassen, also gut für Limikolen. Am häufigsten sind Kampfläufer (200) und Zwergstrandläufer (~ 90), Stelzenläufer und Spornkiebitze. An einer Zwergseeschwalben-Kolonie zählen wir 60 Brutvögel. Im Kulturland fallen vor allem Blauwangen- und Smaragdspinte auf. Am Westrand der Oase zweigt eine neue Umgehungsstraße nach Süden ab.

Sie führt zunächst zum Schutzgebiet WadiAl Rayan. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um die Schilfgürtel der beiden Salzseen im Westen der Oase. Ein Abstecher zum Schilf in der Wüste erbringt die üblichen Streifenprinien und Stentorrohrsänger, aber auch einen überraschenden Waldlaubsänger, den wir in dieser baumlosen Gegend wirklich nicht erwartet haben. Der Wasserfall zwischen den beiden Seen ist eine Attraktion für einheimische Ausflügler. Wir können außer 5 Haubentauchern auf dem See nichts Bemerkenswertes entdecken.

Wadi Al Hitan („Tal der Wale“) ist gut ausgeschildert. Nach ca. 30km guter Piste erreichen wir einen Parkplatz in einem flachen, 8 Quadratkilometer großen Tal, in dem Dutzende bizarre Sandsteinkegel aufragen. Hier hat die Erosion fossile Walskelette freigelegt. 250 sollen es einmal gewesen sein, viele wurden gestohlen, andere durch Geländewagen zerstört. Ein paar Wirbelknochen und Rippen können wir fein aufgereiht auf eingezäunten Plätzen besichtigen. Sie stammen vom Basilosaurus, einem Urwal, noch mit Ansätzen von Hinterbeinen. Jeder der Sandsteintürme hat im oberen Drittel ein etwas dunkleres Band: Da zeichnet sich tatsächlich reliefartig das versteinerte Wurzelgewirr von Mangroven ab, die vor 40 Millionen Jahren am Rande der Meeresbucht wuchsen. Dieser Teil eines früheren Ozeans war ausgetrocknet, weil im Eozän tektonische Kräfte das Gelände angehoben hatten.

Aus der Wüste zurück in die Oase, ins Kulturland mit Wiesen, Plantagen, Kanälen. Wir hoffen alle 4 auf einen „Lifer“. Sterz kontaktiert zwei Einheimische, imitiert den Ruf des gesuchten Vogels und freut sich über die Reaktion. Ja, den gibt’s hier! Er will gerade die frohe Botschaft überbringen, da schauen die anderen 3 schon durch die Ferngläser auf einen Metallmast. Und da sitzt er, der Spornkuckuck! Er ist sehr kooperativ, fliegt hierhin und dahin und ein zweiter lässt sich sogar mit der Klangattrappe anlocken. Als Zugabe gibt es noch zwei nette Steinkäuze. (Spornkuckuck-Spot: 29°22’58“N;30°29’35“E)

Ü: Al Fayum, New Panarama Resort





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