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Luxor – Assiut (300km) - El Minia (450km) – Fayoum (~ 700km)
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Autor: Uwe P. Streese-Browa
Di., 27.3.

Eigentlich sollen wir als Touristen ja von Luxor den Konvoi nehmen. Den ist Sterz im letzten Jahr gefahren - von Luxor über Qena nach Safaga – aber er hat absolut keine Lust auf diese sinnlose Raserei. Also wollen wir es auf der Westseite versuchen. Da führt eine Wüstenautobahn parallel zum Nil nach Süden. Diesen Plan haben wir mit dem äußerst hilfsbereiten Personal des Hotels diskutiert, und die haben uns tatsächlich einen Taxifahrer besorgt, der uns für 20 € aus Luxor herauslotst und bis zur Autobahn begleitet. Pfiffig fährt sein Minibus immer 200m vor uns durch die Checkpoints, wo wir jedes Mal als Reiseziel die Oase Dakhla angeben (dorthin dürfen Touristen ohne Polizeibegleitung). Dort, wo die Schnellstraße nach Dakhla die Wüstenautobahn kreuzt, verabschiedet sich unser Taxifahrer und wir haben freie Fahrt nach Süden. Wir freuen uns über mehrere Trupps Tropfenflughühner, die hier und da am Straßenrand sitzen und eine einsame Sandlerche, ansonsten stundenlang nichts als Wüste.

Endlich zur Abwechslung eine imponierende Sanddüne aus saharafarbenem Flugsand. Werner stiefelt hinauf – trotz der Hitze. Die sanften Linien haben es ihm angetan. Er muss das fotografieren! Wir widmen uns indes der Wüstenläuferlerche und einer Handvoll Rennvögeln. „Cream-coloured“, also perfekt getarnt, üben sie neben der Straße ihr übliches Stop-and-Run-Spiel.

Ein Stück vor El Minia erwischt es uns. Auffälliges Aufblenden entgegenkommender Fahrzeuge! Da muss eine Radarfalle kommen. Also runter mit dem Tempo auf 100 km/h. Trotzdem werden wir am nächsten Checkpoint heraus gewunken: Passport, Fahrzeugpapiere, Führerschein…Wir waren zu schnell. 102 statt der vorgeschriebenen 90 km/h. Wir hatten nicht mitgekriegt, dass die Autobahn mittlerweile in den Status einer Schnellstraße gewechselt hatte - mit 90 km/h Tempolimit. Die Polizei behielt den KFZ-Schein gleich ein. Der Besitzer solle ihn sich bei der Behörde abholen und dort die Strafe (umgerechnet 15 €) bezahlen. Wir bekamen eine Quittung, einen lächerlichen kleinen Wisch, den wir jetzt immer statt der Licence vorzeigen mussten - zur schadenfrohen Erheiterung der kontrollierenden Verkehrspolizisten.

40, 50 km folgt die Wüstenstraße einem Wadi, rechts und links von Felswänden gesäumt. Nur einmal ein bisschen Gestrüpp mit einem Balkanlaubsänger, ein Mittelmeer-Raubwürger und 2 Wüstengimpel am Straßenrand, sonst nichts. Erst als wir das Wadi verlassen und eine weite Ebene erreicht haben, lohnt ein Beobchtungsstopp: Hunderte Türkentauben neben der Straße, 2 Rohrweihen und eine mögliche Steppenweihe (W) kreisen in der Ferne über Agrarland.

In der Dämmerung, Am Rand der Oase Fayoum sehen wir noch einen Löffler und einen Gleitaar, dann wird es schnell dunkel. Unangenehmes Verkehrsgewühl und erhebliche Orientierungsprobleme in der Stadt. Wir finden erst aus dem Chaos heraus, als ein netter Mensch mit seinem Auto bis an den Stadtrand vor uns her fährt und uns die Zufahrtstraße zum Qarun-See zeigt, wo wir uns in einem luxuriösen Strandhotel einquartieren.

Ü: Al Fayum, New Panarama Resort, 250 L.E.( ~ 30€) DZ incl. HP. Interessantes Hotelgelände mit Bäumen und Gebüsch, Blick auf den See. Abends und frühmorgens hört man vom Hotel aus Senegaltriele und Steinkauz.

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