Startseite
  Portfolios
  Ohrengeier
  Reiher
  Waldrapp
 
  Reiseberichte
  Kuwait 2008
  Ägypten 2007
  Ural 2006
  Türkei 2003
  Marokko 2001
 
  Kontakt/Service
  Kontaktformular
  Impressum
Werner Steffen
Wohlerst 47 · D-21698 Wohlerst
Tel.: 04166/841516 E-Mail: steffen@naturbild.de

Assuan- Abu Simbel (297km)
zurück home weiter
Autor: Uwe P. Streese-Browa
Fr., 23.3.

Also verlassen wir kurz nach 3 Uhr morgens das Hotel. Wir kriegen noch einen Kaffee und Lunchpakete und reihen uns um 3:30 Uhr in den Konvoi auf der Hauptstraße ein. Die Fahrer der Reisebusse und 16-Sitzer kämpfen um jeden Meter. Jeder will möglichst weit vorn sein, denn in Abu Simbel wird bei nur 11/2 bis zwei Stunden Aufenthalt jede Minute kostbar sein.

Um 4 Uhr geht’s los auf der endlosen Straße immer geradeaus, knapp 300 km durch die Wüste. Die Besatzung schnarcht bald dreistimmig, während Sterz mit den voll aufgeblendeten Scheinwerfern entgegen kommender Fahrzeuge kämpft. Endlich dämmert es, und die Wüstenlandschaft zeigt sich im ersten Licht. Kein Vogel! Der Konvoi hat sich inzwischen aufgelöst, weil jeder so schnell fährt, wie er kann. Kilometerweite Lücken bilden sich zwischen den Fahrzeugen. Wir zweifeln an, dass ein solcher Konvoi seinen Zweck erfüllt. Da hätten wir doch auch allein fahren können! Schließlich halten wir in der Nähe von Toshka an einer Kanalbrücke. Hier soll einmal Wasser vom Lake Nasser in die Wüste bis hin nach Libyen geleitet werden. 3 Nilgänse warten schon im noch trockenen Kanalbett. 30 km vor Abu Simbel, umgeben von Wüste, einzelne Plantagen: Bis hierhin reicht das Bewässerungssystem also schon. Ein größerer Trupp Kurzzehenlerchen rastet auf Brachland, und kurz vor dem Checkpoint singt eine Wüstenläuferlerche.

Im Ort Abu Simbel finden wir nette Beobachtungsplätze an den Brücken, die über die lagunenartigen Ausläufer des Lake Nasser führen. Stelzenläufer, Spornkiebitze, Bruch- und Teichwasserläufer, Sichler, Reiher sitzen am Ufer, Streifenprinie und Maskenwürger im Gebüsch. Nach einigem Suchen finden wir das Hotel Nefertari, teuer und heruntergekommen, aber vom Balkon haben wir einen herrlichen Blick auf den Stausee und den Berg mit den berühmten Tempeln, die aus dem jetzt versunkenen Niltal hierher verfrachtet wurden.

Die Tempel schauen wir uns erst an, als die Besuchermassen wieder in die Busse geklettert sind (der Konvoi startet nach zwei Stunden Aufenthalt wieder gen Assuan). Wir sind allein im Tempel und können ungestört die erstaunlichen Darstellungen der Vita Ramses des II. studieren. Die Abbildungen sind zwar stilisiert, aber doch so detailgetreu, dass wir die abgebildeten Vögel, z.B. Nilgans und Heiliger Ibis, bestimmen können. Außerhalb der Tempel ist so heiß, dass wir wie die Vögel unsere Aktivitäten einstelle un un eine Siesta im Hotel genehmigen.

Am Nachmittag fahren wir an den Nordrand des Ortes zur „Large Bay“. Vom Ufer aus, wo ein paar Fischerhütten stehen, kann man die ganze Bucht und die gegenüber liegenden Inseln überblicken. Es gibt Lachseeschwalben, natürlich Nilgänse und 4 Flamingos, die weit weg an das Westende der Bucht fliegen, wo es von Vögeln nur so wimmelt. Wir verhandeln mit den Fischern, ob sie uns mit dem Boot dorthin fahren würden. Sie würden ja gern, dürfen aber nicht. Wir müssten uns eine Genehmigung von der Touristenpolizei holen, sonst bekämen sie Ärger. Jetzt muss Jan mit GPS und seinen Luftbildaufnahmen (von Google Earth herunter geladen) ganze Arbeit leisten. Er navigiert uns in den Nordwesten durch eine Plantage und am Westzaun des Flughafens vorbei zu einem Bewässerungskanal, der direkt an das Ende der „Large Bay“ führt. Ein idealer Birdingspot! (22°33’41”N; 31°36’33”E). Im seichten Wasser und auf den angrenzenden Wiesen rasten Durchzügler zu Hunderten: Kuh-, Rallen-, Seiden- und Graureiher, Löffelenten, Rotkehlpieper, Kurzzehenlerchen, Stelzen und Steinschmätzer. Wir zählen ca. 900 Flamingos, 15 Weißstörche und 7 Rosapelikane. Nimmersatt und Rötelpelikan sind nicht dabei; wir sind eine oder zwei Wochen zu früh…, leider! Aber 50 Stelzenläufer, 3 Grünschenkel, 3 Fluss- und 8 Sandregenpfeifer sind da. Da müssen wir wohl mal genau hinsehen! Und tatsächlich: Sterz beäugt durch das Spektiv eine Sandzunge, und da sitzt, ganz still und halb verdeckt, der gesuchte Hirtenregenpfeifer!

Abends genießen wir die stimmungsvolle und lehrreiche Sound&Light Show an den Tempeln.

Ü: Abu Simbel, Nefertari Hotel, 120 US$ DZ incl. HP. Ideale Unterkunft für Ornis: Bäume und Gebüsche mit rastenden Durchzüglern auf dem Hotelgelände, Balkon mit Blick auf den Lake Nasser, gut für Zugbeobachtungen.





Startseite Reisebericht Ägypten Reiseberichte